Dieser Redebeitrag wurde auf einer Demonstration zur Reichspogromnacht in Schwerte gehalten.
Israels Sonderrolle
In diesem Beitrag wollen wir uns mit Israels Sonderrolle als Schutzraum für Jüdinnen und Juden vor Antisemitismus beschäftigen.
Israel, das Lieblingsthema der deutschen Linken und allen, die sich diesem schier unüberblickbaren Sumpf irgendwie zugehörig fühlen. Im Folgenden wollen wir deutlich machen, warum es das Existenzrecht Israels mit allen Mitteln zu verteidigen gilt und ein Boykott Israels in jedem Fall antisemitisch ist.
Israel ist die direkte Konsequenz aus der Shoa. 1948 wurde Israel von Jüdinnen und Juden, die dem deutschen Vernichtungswahn entkommen sind, auf einem britischen Mandat gegründet und damit soll das gesichert werden, wozu scheinbar keine europäische Gesellschaft im Stande war: das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit für alle Jüdinnen und Juden. Solange es in dieser Welt also Antisemitismus gibt sollte das Existenzrecht Israels als Notwendigkeit betrachtet werden. Hätte es diesen jüdischen Staat bereits vor 1945 gegeben, so wären sicher hunderttausende europäische Jüdinnen und Juden dem Vernichtungswahn der Deutschen entflohen.
Wer das Existenzrecht Israels ablehnt, lehnt damit also auch die direkte Konsequenz aus Auschwitz, einen Schutzraum vor Antisemitismus ab. Als Antisemiten würden sich diese Menschen trotzdem nie bezeichnen. Horkheimer und Adorno schrieben aber bereits 1944 in ihrer Studie zum Antisemitismus, dass ein Antisemit neuerer Couleur sich subjektiv nie als Antisemiten sehen würde, auch wenn er objektiv einer ist.
Ein weiterer Faktor, der oft ausgeblendet wird ist der, dass Israel der einzige demokratische Staat im Nahen Osten ist und nur dort Homosexuelle ohne Angst vor dem Gesetz leben können, Frauen zumindest theoretisch gleichberechtigt sind, es keine Pressezensur gibt und ganz allgemein die Menschenrechte fest im Gesetz verankert sind. Israel ist also eine Art Vorposten der zunächst einmal erhaltenswerten westlichen Zivilisation umringt von islamistischen, antisäkularen Terrorstaaten.
Von Links und Rechts wird immer wieder auf die vermeintliche Täterrolle Israels im Nahost-Konflikt verwiesen, bei genauerer Betrachtung stellen sich diese Anschuldigungen gegenüber Israel allerdings als haltlos und schlichtweg falsch heraus. Von welcher Seite die Aggression ausgeht lässt sich an einigen Beispielen exemplarisch belegen:
1. Als Israel sich im Jahr 2005 aus dem Gazastreifen zurückzog und diesen komplett den Palästinensern überließ, kam es nicht zum erhofften Frieden oder zumindest zu einer Beruhigung der Lage. Im Gegenteil. Die Anschläge auf israelisches Territorium von radikalen Islamisten der Hamas nahmen zu und vermehrt wurden Raketen und Anschläge registriert.
2. Als Israel in den Verhandlungen von Camp David (1996) den palästinensichen Vertretern u.a. anbot, 95% der im 1967er Sechs-Tage-Krieg eroberten Gebiete aufzugeben und auf große Teil der Jerusalemer Altstadt zu verzichten, lehnten diese ab. Hätte die Palästinensische Seite angenommen, wäre der Status von 1967 wiederhergestellt. Stattdessen erklärten Palästinensische Terrorgruppen im Jahr 2000 mit der Al-Aksa-Intifada, Israel einseitig der Krieg. Ein Krieg, der sich vor allem gegen die israelische Zivilbevölkerung richtet. Auch die jüngsten Friedensbemühungen wurden von den Al-Aksa-Brigaden, der PLO und anderen islamistischen Gruppen immer wieder mit Terror beantwortet.
Abschließend, als eine Art Resümee bleibt also zu sagen:
1. Wer den Boykott Israels fordert, fordert damit zwangsweise auch zum Boykott von Jüdinnen und Juden auf, zum Boykott des letzten Schutzraums vor Antisemitismus nach der größten Barbarei der Menschheitsgeschichte.
2. Wer den Boykott Israels fordert, begibt sich in eine historische Analogie zum Boykott der Nazis: „Deutsche, wehrt Euch – Kauft nicht beim Juden“.
3. Wer den Boykott Israels fordert, verteidigt den Terror seitens der Islamisten, da die militärischen Aktionen Israels lediglich die Selbstverteidigung gegen eben diesen Terror sind.
Israels Existenzrecht notfalls auch mit militärischer Gewalt zu verteidigen ist damit direkter Antifaschismus und als ein emanzipatorischer Akt zu werten.
Deswegen lauten unsere Forderungen auch weiterhin:
Solidarität mit Israel, Antizionismus bekämpfen!